Schlagwort: Stade

Filmtipp

In Liebe lassen (De son vivant)

Benjamin Boltanski (BenoĂźt Magimel) ist 39 Jahre alt und Schauspieldozent aus Leidenschaft. Bei ihm lernen die SchĂŒler*innen, ihre GefĂŒhle und Ängste wahrzunehmen und kreativ einzusetzen. Als er selbst an Krebs erkrankt, kann er genau dieses nicht. WĂ€hrend er die unheilbare Krankheit ablehnt, ĂŒberhĂ€uft ihn seine Mutter Crystal (Catherine Deneuve) mit immer neuen Therapien. Erst der Onkologe Dr. EddĂ© (Dr. Gabriel Sara) weist ihm den Weg zum schweren Prozess der Erkenntnis.

EinfĂŒhlsam und ohne zu werten beschreibt Regisseurin Emmanuelle Bercot das Verhalten von Mutter und Sohn. Außergewöhnlich und besonders sehenswert macht den Film „In Liebe lassen“, dass auch die Menschen, die die beiden begleiten, der Arzt, seine Assistentin, einen Platz erhalten. In Dr. EddĂ© lĂ€sst Bercot den bemerkenswerten New Yorker Onkologen Dr. Gabriel A. Sara sich selbst spielen. Seinen außergewöhnlichen medizinischen Ansatz und seinen Umgang mit Patient*innen und Pflegepersonal lernte sie bei einer US-Tournee kennen.

„In Liebe lassen“ ist ein tröstender Film, der sich mit dem Loslassen, wenn es an der Zeit ist, beschĂ€ftigt, wie Dr. EddĂ© es seinem Patienten rĂ€t, den „Schreibtisch des Lebens“ aufzurĂ€umen ehe es zu spĂ€t ist.

In Liebe lassen, Original: De son vivant (2021)

Kinostart 20.01.2022

Regie: Emmanuelle Bercot

Darsteller: Catherine Deneuve, Benoßt Magimel, Cécile de France, Gabriel A. Sara

Ausgezeichnet in Cannes 2021

Trailer zum Film

Buchtipp

Louise Brown: Was bleibt, wenn wir sterben: Erfahrungen einer Trauerrednerin

Nach dem Tod ihrer Eltern versucht die Journalistin Louise Brown der Endlichkeit des Lebens etwas Sinnstiftendes abzugewinnen. Sie wird Trauerrednerin und Zeugin dessen, was von uns bleibt. Dies verÀndert nicht nur ihre Einstellung zum Tod, sondern auch ihre Haltung zum Leben. Louise Brown schenkt uns unvergessliche Bilder, die daran erinnern, was uns als Menschen ausmacht. Ein tröstendes und befreiendes Buch, das Mut macht, das Leben auf die Dinge auszurichten, die von Bedeutung sind.
Diogenes Verlag
Erscheinungsdatum 29.09.2021
Gebundenes Buch 22 Euro

Sterbehilfegesetz gekippt

Mit seinem Urteil vom 26. Februar 2020 (https://www.bundesverfassungsgericht.de/SharedDocs/Entscheidungen/DE/2020/02/rs20200226_2bvr234715.html) erklĂ€rte das Bundesverfassungsgericht (BVerfG) den § 217 StGB fĂŒr nichtig.

Dieser hatte die geschĂ€ftsmĂ€ĂŸige Förderung der Selbsttötung bisher unter Strafe gestellt. In seiner UrteilsbegrĂŒndung macht der BVerfG jedoch auch klar, dass es eine Verpflichtung zur Beihilfe zur Selbsttötung nicht geben darf. Und das ist gut so.

Denn meist ist es die Angst vor Schmerzen, Einsamkeit, davor, anderen zur Last zu fallen, weshalb Menschen den Zeitpunkt ihres Todes selbst bestimmen wollen. Mit unserer Hospizarbeit finden wir Wege, die letzte Lebensphase selbstbestimmt und in WĂŒrde zu leben. Der Hospizgedanke lehrt uns, die grundlegenden BedĂŒrfnisse des Menschen in allen Dimensionen in den Blick zu nehmen, ihm auf Augenhöhe zu begegnen und eine umfassende und dabei angemessene medizinische, pflegerische, psychosoziale und spirituelle Betreuung anzubieten.

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